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Für Sie aus dem Internet: www.quarks.de/musik/index.htm
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Wie die Musik in die Welt kam
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Was unsere
Vorfahren vor mehr als 45.000 Jahren dazu brachte, zum ersten Mal bewusst
einen Ton zu erzeugen, wissen wir bis heute nicht. Eines ist jedoch
sicher, seit es Menschen gibt, existiert auch die Musik. Wie sie geklungen
hat wissen aber auch die Musikarchäologen nicht, denn es sind lediglich
einige einfache Instrumente wie zum Beispiel Trommeln, Pfeifen und Flöten
aus Ton oder Knochen erhalten geblieben. Die Musik heutiger Naturvölker
liefert jedoch wertvolle Hinweise darauf, wie die frühen Menschen
musiziert haben könnten. Über die Ursprünge der Musik haben die
Wissenschaftler vier Theorien.
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Die Musik entstand demnach wahrscheinlich durch die Nachahmung
von Naturgeräuschen. Vielleicht war es der Wind, der durch das Schilf
strich, das Sirren des Jagdbogens, oder Vogelzwitschern , das unsere
Vorfahren inspirierte Musik zu machen. Die damalige Musik war noch sehr
einfach, Töne, Klänge und Schlagfolgen. Die frühen Menschen benutzten
sie vermutlich zur Signalgebung, Beschwörung, zu rituellen Handlungen
oder Anlockung von Tieren bei der Jagd.
Die Urmenschen benutzten Musik, um sich über große Entfernung
zu verständigen, denn der gesungene Ton wird viel weiter getragen als der
gesprochene. Menschen, die in den Bergen leben etwa, verständigten sich
früher mit Juchzern und Jodlern.
Eine weitere Hypothese basiert darauf, dass Musik aus den
Akzenten und Tonfällen der menschlichen Sprache entstand. Wenn wir zum
Beispiel jemanden rufen, wenn wir bitten oder befehlen bekommt unsere
Stimme einen anderen, einen musikalischen Klang. Erregtes Sprechen enthält
eine Tonbewegung. Tatsächlich ist der "Sprachgesang" bei vielen
Naturvölkern weit verbreitet. Allerdings gibt es beim singenden Sprechen
keine festen Tonstufen. Schon innerhalb einer einzigen Silbe kann die Tonhöhe
stark schwanken. Nach Ansicht mancher Wissenschaftler ist Musik aber
gerade durch die Verwendung fester Tonstufen gekennzeichnet.
Manche Wissenschaftler glauben, dass der Rhythmus der Ursprung
der Musik ist. Ihrer Meinung nach diente die Musik zur Synchronisation
gemeinsamer Handlungen. Ob beim Bauen, Rudern oder Roden, sie mussten
zusammenarbeiten. Den Rhythmus erzeugten sie dabei durch Schlagen oder
Stampfen. Rhythmus ist jedoch noch nicht Musik. Wir kennen Arbeitsgesänge
von Naturvölkern, jedoch machen diese nur einen kleinen Teil ihrer Gesänge
aus.
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Trotz vieler Theorien
liegen die Ursprünge der Musik also nach wie vor im Dunkeln und wir können
nur vermuten wie die Musik geboren wurde.
Katja
Riedel
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Die Steinzeitflöte
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An
der Uni Tübingen bewacht Archäologin Susanne Münzel einen besonderen
Schatz mit größter Sorgfalt. Mit zwei Spezialisten, dem Archäo-Techniker
Wulf Hein und der Musikerin Bernadette Käfer wird ein Fundstück
gemeinsam untersucht, um ihm, dem vielleicht ältesten Instrument Europas,
einen Ton zu entlocken. Dazu wurde es mit weißem Wachs restauriert. Das
Instrument sieht aus wie der Knochen eines Höcker- oder Singschwans. Die
Länge des Fundstücks: 12cm. Ursprünglich müssen es etwa 18-19 cm
gewesen sein. Der größte Durchmesser ist 8-9 mm. Doch auch die
restaurierte Flöte ist von der Musikerin Bernadette Käfer noch nicht
spielbar. |
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Die Rekonstruktion
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Das Instrument musste also
rekonstruiert werden. Archäo-Techniker Wulf Hein will das in der Atmosphäre
des Originalfundortes machen. Vor etwa 36.000 Jahren musizierten
wahrscheinlich in der Umgebung des Geissenklösterle in Blaubeuren (nahe
Ulm) Steinzeitmenschen. Das beweisen unzählige Fundstücke, wie zum
Beispiel Elfenbeinschmuckstücke, andere Knochenpfeifen und eine zweite Flöte.
Wulf Hein versucht nun in dieser Umgebung mit Steinzeitwerkzeugen die Flöte
nachzubauen. Mit verschiedenen Silex- Geräten bearbeiteten wahrscheinlich
schon unsere |
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Vorfahren Knochen.
Mit der gleichen Technik entfernt Wulf jetzt Unebenheiten an einem
Singschwanknochen. Innerhalb weniger Minuten hat er die Gelenkenden
entfernt und das Knochenmark aus dem Körper heraus gedrückt. Ein Holzstöckchen
hilft ihm den späteren Resonanzkörper auszuhöhlen. Eine Zeichnung des
Originals ist Vorlage für die Grifflöcher. Die angezeichneten Löcher
werden vorsichtig ausgeschnitzt. Kurz vor dem Durchbruch wird die Spitze
eines Steins zu Hilfe genommen, um den letzten Rest Knochenhaut durchzudrücken.
Die Rekonstruktion hat jetzt drei Grifflöcher, genau wie das Original.
Nach dem Säubern des Hohlraums ist die Flöte fertig - in weniger als
einer Stunde. Auch die Steinzeitmenschen benötigten wahrscheinlich nicht
mehr Zeit. |
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Spielen auf der Steinzeitflöte
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Bernadette Käfer versucht das
Instrument erneut zu spielen. Sie entlockt der rekonstruierten Flöte
sogar eine kleine Melodie, vielleicht genau so, wie vor über 36.000
Jahren. Die Rekonstruktion zeigt, dass die Flöte den vielleicht ersten künstlichen
Ton erzeugt haben könnte. Ein Luftstrom wird in die Flöte eingeleitet
und trifft auf die untere, scharfe Kante eines Grifflochs. Dort wird er
aufgespaltet. Die nach unten abgeleiteten Wirbel geben regelmäßige
Impulse an die Luftsäule im Flöteninneren ab und regen diese zur Bildung
einer stehenden Welle an, ein Ton wird hörbar. |
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Theoretisch könnten
zwei Luftsäulen zum Schwingen gebracht worden sein, einmal die zwischen
Mund und Labiumtonloch, wie bei vielen anderen Blasinstrumenten üblich,
oder zwischen den scharfkantigen Löchern. Eine Frequenzanalyse bei der
Firma Hohner ergab sogar unterschiedliche Tonhöhen. |
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Literatur
Joachim Hahn und Susanne Münzel
Fundberichte aus Baden- Württemberg.
Band 20. Stuttgart 1995.
Gerd Albrecht, Claus-Stefan Holdermann, Tim Kerig, Jutta Lechterbeck und
Jordi Serangeli
"Flöten" aus Bärenknochen- Die frühesten Musikinstrumente?
Archäologisches Korrespondenzblatt 28. Mainz 1998. S.
1-19.
Christoph Goldbeck
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Wie das Gehirn Musik verarbeitet
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Die Schallschwingungen werden in Nervenimpulse
umgewandelt:
die Sprache des Gehirns. |
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Die Einzelschwingungen werden im ältesten Teil des
Gehirns,
im Stammhirn, verarbeitet. |
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Die Schallinformationen treffen mit anderen
Sinneseindrücken zusammen Jetzt weiß das Gehirn:
Der Klang gehört eindeutig zum Klavier. |
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Der modernste Teil des Gehirns, der Cortex,
erkennt die Töne. |
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Das Gehirn prüft, ob ihre Schallstruktur
zusammenpasst.
Dann könnten es Melodien sein. |
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Ein weiterer Vergleich zeigt, ob die
Akkorde zusammenpassen. |
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Eine andere Abteilung des Gehirns prüft,
in welche Muster sich die Töne einordnen lassen.
So wird der Takt, er ist erkannt. |
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Das musikalische Gehirn
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Wenn ein Laie einem
Pianisten beim Klavierspielen zuguckt, fragt er sich nach einigen Minuten
der Bewunderung sicherlich: Wie schafft der das bloß?! Irgendwas muss der
doch haben, was ich nicht habe!
Richtig, es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen dem Gehirn eines
Profimusikers und dem eines Laien. Das Institut für Musikphysiologie der
Musikhochschule Hannover hat diesen Unterschied in einem Experiment
sichtbar gemacht.
Ein Laie und ein Profipianist lösen hintereinander zwei musikalische
Aufgaben am Klavier: |

20 Minuten Klavierüben verändert bereits das
Gehirn
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1. Die
Versuchspersonen berühren auf einem abgeschalteten E-Piano beliebige
Klaviertasten, spielen sozusagen "stumm"
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Ein dritter Schritt des
Experiments soll klären, wie lange die Anfängerin Klavier spielen muss,
bis auch bei ihr die beiden Gehirnzentren zu verschmelzen beginnen.
Deshalb muss die Anfängerin jetzt 20 Minuten üben: sie hört Tonfolgen
und soll sie nach Gehör nachspielen. Danach löst sie noch mal die beiden
Anfangsaufgaben, wobei noch einmal ihre Gehirnaktivität gemessen wird.
Das erstaunliche Ergebnis: Nach nur 20 Minuten Üben ist bereits eine
leichte Verschmelzung der beiden Gehirnzentren sichtbar.
Diese Verschmelzung ist übrigens nicht nur die Folge des Klavierspielens,
sondern auch die Voraussetzung, um eines Tages richtig gut am Klavier zu
werden. Inwieweit solche neuronalen Veränderungen im Gehirn Einfluss auf
andere Intelligenzleistungen haben, ist derzeit Gegenstand der Forschung. |

Bei Profipianisten verschmelzen im Gehirn Hörzentrum und Bewegungszentrum
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Ilka aus der Mark
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Das absolute Gehör
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Wer ein absolutes Gehör
hat, ist zu erstaunlichen Dingen fähig. Er erkennt Tonhöhen, ohne einen
Bezugston zu haben. Er kann in der Regel auch alle 10 Töne eines
Zehnklangs identifizieren. Tonarten kann er natürlich auch heraushören.
Es gibt auch Absoluthörer, die können spontan ein "e" oder
"a" vorsingen. Die besonders guten Absoluthörer identifizieren
sogar Töne von Alltagsgegenständen - wenn sie gegen eine Fensterscheibe
klopfen, sagen sie dann zum Beispiel: "Klarer Fall, das ist ein
d."
Zur Entstehung des absoluten Gehörs gibt
es drei Erklärungsmodelle. Die Anlage-Umwelt-Frage spielt bei dieser
Diskussion eine große Rolle.
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Menschen mit absolutem Gehör erkennen auf Anhieb
jede Tonart |
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Ein Modell meint, dass es sich beim absoluten
Gehör um ein angeborenes Phänomen handelt, das nur einige wenige haben.
Ein anderer Erklärungsansatz meint, dass das absolute Gehör grundsätzlich
angeboren ist, dass es aber bei den meisten im Laufe der Kindheit wieder
verloren geht.
Eine dritte Theorie behauptet schließlich, dass das absolute Gehör eine
besondere Leistung des Langzeitgedächtnisses ist, welche in frühen
Jahren antrainiert werden kann.
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Zur
letzten Theorie wird u.a. folgender Beleg angeführt: In japanischen
Musikschulen gehört das Antrainieren des absoluten Gehörs zum Lehrplan.
Die Erfolgsrate dieser Schulen ist hoch - über 80 Prozent der Musikschüler
haben nach einiger Zeit das absolute Gehör. Voraussetzung für diesen
Erfolg ist, dass das Training vor dem 7. Lebensjahr stattfindet, in der so
genannten sensitiven Phase, in der das Kind besonders lernfähig ist, was
Töne (und übrigens auch Sprache) angeht. Die Töne der weißen Tasten am
Klavier werden bei diesem Lernprozess am schnellsten und sichersten
erkannt. Das hängt damit zusammen, dass die Töne der weißen Tasten in
der Regel häufiger vorkommen und früher erlernt werden als die
chromatischen Töne, sprich die schwarzen Tasten. |

Absoluthörer erkennen sofort, wenn ein Klavier auch
nur wenig tiefer gestimmt ist. |
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Die Rate von
Absoluthörern unter Profimusikern ist im Vergleich zur Normalbevölkerung
sehr hoch. Im Durchschnitt haben von den Studenten einer Musikhochschule
über 20 Prozent das absolute Gehör, während der Anteil in der Normalbevölkerung
unter einem Prozent liegt. Das zeigt, dass das absolute Gehör in jedem
Fall auch mit Übung und Hörerfahrung zu tun hat und nicht "vom
Himmel fällt".
Das absolute Gehör ist kein wesentliches Merkmal von Musikalität. Es
kann für Musiker zwar nützlich, aber auch hinderlich sein. Wenn ein
Absoluthörer auf einem transponierenden Instrument (z.B. Trompete,
Klarinette) spielen möchte, hat er große Schwierigkeiten damit, eine
andere Tonart zu hören, als notiert zu sehen. Auch das bekommt der
Absoluthörer aber nach einiger Übung in den Griff.
Ilka aus der Mark
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Musikalisches Fitnessprogramm
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Die moderne Musikpädagogik geht davon aus, dass es
"unmusikalische" Menschen nicht gibt, es sei denn, sie sind
durch eine Krankheit verhindert. Musikalität wird heutzutage sehr breit
definiert - so zählen für viele Musikpädagogen zum Beispiel auch
Elemente wie "Interesse an Musik" oder "Emotion beim Musikhören"
dazu. Quarks & Co hat das zum Anlass genommen, die Musikmuffel unter
Ihnen ein bisschen auf den Geschmack zu bringen. |
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Klopfen Sie bei Ihrem Lieblingslied doch einfach mal
mit dem Finger den Takt mit. Denken Sie gar nicht darüber nach, dass
irgendwas falsch sein könnte - lassen Sie Ihrer Freude einfach freien
Lauf - und schon sind Sie drin - im Takt! |
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Und noch eine Übung mit Ihrem Lieblingslied. Wenn
Sie es im Radio hören, singen sie ungeniert mit und drehen nach einer
Weile für circa 10 Sekunden den Lautstärkeknopf runter. Dabei hören Sie
nicht auf zu singen - wenn Sie nach 10 Sekunden die Lautstärke wieder
hochdrehen, werden Sie merken, ob Sie das richtige Tempo halten konnten.
Wenn es nicht geklappt hat - nochmal probieren! |
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Wussten Sie eigentlich, dass jedes Ihrer Gläser
anders klingt? Das eine klingt hoch, das andere tief, manche klingen kurz,
manche lang. Tonhöhen und Tonlängen sind in der Musik wichtige Elemente.
Wenn Sie sich selber testen wollen, suchen Sie doch mal das Glas heraus,
das dem Telefonfreizeichen am nächsten kommt! |
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Mit Melodien können Sie nichts anfangen? Das
glauben wir nicht! Schnappen Sie sich einen Freund oder Kollegen und
verdonnern Sie ihn, zusammen mit Ihnen eine Melodie zu singen. Jeder singt
drei Töne. Immer abwechselnd. Was dabei herauskommt ist nichts anderes
als - eine Melodie! |
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Und jetzt noch was für Profis. Improvisieren Sie!
Überlegen Sie sich irgendein Thema, was Sie den ganzen Tag schon beschäftigt
hat und singen Sie den Text, statt ihn -wie sonst immer- zu erzählen. Ihr
Gesprächspartner wird begeistert sein!
Ilka aus der Mark |
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Wie werde ich Popstar?
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Man nehme: Einen Musikproduzenten, eine Profisängerin
und ein Mädchen von der Strasse. Eine "ganz normale Stimme", in
unserem Fall Testperson Annette. |
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Sie wird, wie einst Michael
Jackson, in den Diercks Studios bei Köln begrüßt. Das Playback ist
schon vorbereitet. Ein Song im 4/4 Takt und 125 bpm. Für einen Profi kein
Problem, aber für den Laien eine Herausforderung. Das bedeutet zunächst
"Vocal Coaching": Profisängerin Cheri Kedida bringt Annette die
kleinen Tricks bei: Deutliche Aussprache, richtige Betonungen und Atemübungen
sind die erste Lektion. Doch es gibt nicht nur die Melodie, auch der Text
spielt eine Rolle, er muss leicht singbar sein. Musikproduzent Alex
startet die Aufnahme. Profi Cheri singt den Song als Erste ein. Diese
Aufnahme hört Annette danach auf ihrem Kopfhörer. Daran orientiert sie
sich. |

Annette auf dem Weg zum Popstar? Was die Technik möglich
machen kann...
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Sind die
verschiedenen Versuche eingesungen erscheinen sie auf dem Computer. Man
erkennt schnell den Unterschied zwischen geübter und unerfahrener Stimme.
Die Spuren werden jetzt im Grob- und Feinschnitt bearbeitet.
Die Lautstärkeunterschiede sind bei
Annette viel zu groß. Der Computer gleicht das an. Automatisch sucht er
die "zu leisen" und "zu lauten" Stellen und errechnet
die passende Lautstärke. "Atmer", "Räusperer" und
falsche Pausen werden markiert. Die Fehler werden einfach rausgeschnitten.
Sind die einzelnen Aufnahmen fertig werden die besten Parts zusammengefügt.
Aber die Stimme muss noch voluminöser
werden. Der Computer unterlegt Annettes Stimme mit Cheris Gesang. "Overdubbing"
nennt man das im "Produzentendeutsch". Während man bei Annette
noch Pausen und Lücken sieht, ist bei Cheri kaum etwas zu erkennen. Also
wird die Stimme Cheris mit der von Annette vermischt.
"Effekte" heißt allerdings das
eigentliche Zauberwort der Klangverbesserung. Der Kompressor ist
einer dieser Effektgeräte. Der Kompressor ist dazu da, Lautstärken in
etwa gleich zu halten. Er reguliert die Dynamik. Der Computer hebt die
Betonung einzelner Wörter hervor oder unterdrückt sie. Der Equalizer
verändert Frequenzen. Er kann beliebig Bässe und Höhen variieren.
Annette hat hin und wieder falsch gesungen. Doch dafür gibt es eine Lösung:
AutoTune. In unterschiedlicher Geschwindigkeit korrigiert diese
Software Töne innerhalb eines gewissen Spektrums, d.h. maximal 99 Cent,
also fast einem 1/2 Ton. Übertreibt man die Geschwindigkeit landet man
beim so genannten Cher-Effekt (Wie im Song "Believe").
Die Liste der Veränderungen, die Effekte
erzielen können ist lang. Allseits bekannt ist zum Beispiel auch der Hall.
Doch für uns war das der letzte Feinschliff und fertig ist Annettes Song.
Natürlich interessiert Annette auch noch
wie sie jetzt zum Postar gemacht werden kann. Die Vermarktung ist der nächste
Schritt. Wie viel Geld unser Popstar danach noch verdienen kann, zeigt
eine Übersicht des "Bundesverbandes der
Phonographischen Wirtschaft e.V.".
Christoph
Goldbeck
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Der Raum macht die Musik
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Musik ist nicht gleich Musik - wichtig für den
Genuss ist, in welchem Raum, in welcher Umgebung die Zuhörer das Musikstück
hören. Im Freien gibt's akustisch andere Probleme als in kleinen oder großen
halligen Räumen. Das weiß jeder, der in einem Badezimmer lieber trällert
als in einem schalltoten Raum - denn hier fehlt dem Sänger der
"schmeichelnde" Hall, der die vielleicht nicht so ausgebildete
Stimme akustisch unterfüttert. Quarks&Co hat sich mit diesem Phänomen
schon beschäftigt. Raumakustik ist eine Disziplin die so alt ist, wie die
Musik selbst. Architekten und Musiker haben sich immer darüber den Kopf
zerbrochen, in welchem Ambiente Musik oder |

In schalltoten Räumen gibt es keinen Nachall... |
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Sprache am Besten zum
Tragen kommt. So ist zum Beispiel eine zu große Hallzeit (etwa 2
Sekunden) die absolute Grenze, ab der man Sprache nicht mehr richtig
verstehen kann. Anders bei Chor- und Orchestermusik, hier ist ein Hall
sogar erwünscht. Bestes Beispiel ist die langsame, vokalreiche
Gregorianik des Mittelalters: die Kathedralen von damals haben zum Teil
atemberaubend lange Hallzeiten - wir haben darüber in der
Quarks&Co-Sendung " Der
Kölner Dom" berichtet.
Wir wollten es aber einmal genauer wissen:
In welchem Raum klingt die Musik am Besten? Zu unserem Quarks-Experiment
engagierten wir das Trio von Philip Roesler als Musiker und die
Audiosystemtechniker des WDR Kurt Goebels, Wolfgang Kurtenbach und seine
Kollegen. |
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Erste Station unseres Experimentes: ein schalltoter Raum
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Der Name
"schalltot" sagt eigentlich alles: Der kleine Raum ist vollständig
mit Schaumstoff ausgekleidet. Dadurch verfangen sich in den Spitzen des
Verkleidungsmaterials fast alle Schallwellen. Es gibt absolut keine
Reflexionen an den Wänden. Auf dem Schallspektrum sieht man den letzten
Akkord als einzigen Ausschlag, rechts davon keinen weiteren, der eine
Reflexion einzeigen würde.
Schon eine winzige Pappwand verändert das
akustische Verhalten des Raumes: Neben dem Ausgangssignal erscheint exakt
ein weiterer Ausschlag rechts davon im Schallspektrum.
In Räumen wie diesen hat das Trio seine
letzte CD aufgenommen, denn hier ist es zwar eng, dafür erklingt aber
jedes Instrument absolut kristallklar und unverfälscht. Elektronisch
verhallen oder (im Prinzip) beliebig verändern können Tontechniker die
Aufnahme dann später immer noch. Einziger Nachteil dieses Raumes ist aber
seine Größe - für Publikum ist eben kein Platz. |
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Zweite Station - ein großer Konzertsaal
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Der große Sendesaal des
WDR ist, akustisch gesehen, das andere Extrem zum schalltoten Raum - hier
finden 650 Zuhörer Platz - im Allgemeinen musiziert hier das
Rundfunksinfonierorchester des WDR.
Die Nachhallzeit beträgt fast 1,8
Sekunden, für Sprachaufnahmen wäre es hier schon viel zu hallig. Der
Raum ist für ein großes Orchester ausgelegt. Dazu haben Akustiker alle
Seitenwände mit Hölzwänden verkleidet. Das Nebeneinander von glatten,
sehr stark reflektierenden Wänden und aufgerauten, strukturierten
Elementen aus Holz erzeugt ein bewusst gewolltes Reflexionsmuster im
ganzen Zuhörerraum: So hat das Ohr das Gefühl, fast vollständig von
Musik umgeben zu sein.
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Auch die Bestuhlung ist kein
Zufall: Die Sessel sind mit einem schalldämpfenden Material bezogen,
sodass es im Regelfall keinen Unterschied macht, ob dort ein Zuhörer
sitzt oder nicht.
In vielen Konzertsälen der Welt ist das
nicht so: Hier triumphiert (oft) der Kommerz über die akustischen Sonderwünsche
der Musiker. Für unser kleines Trio ist der Sendesaal akustisch "zu
groß". Dehalb verkleiner die Akustiker mit ein paar Stellwänden aus
Holz den Raum hinter den Musikern. Ohne diese reflektierenden Wände hätten
die Zuhörer nicht den Eindruck, das Trio genau vor ihnen aufgestellt zu hören. |

...im Sendesaal des WDR beträgt der Nachhall bis zu
1,8s
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Alles in allem: Keine leichte Sache, diese Raumakustik...
Heinz
Greuling
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